Schaut man sich einmal die Smart­phones in den Händen der Leute an, so bekommt man fast den Eindruck, als gäbe es nur eine Hand voll Hersteller auf dem Markt. Viele Apple- und Samsung-Geräte, ab und zu mal ein paar Geräte von LG und HTC oder Nokia. Ist natürlich etwas überspitzt darge­stellt, aber diese Namen dürften sicherlich zumindest hierzulande die dicksten Kuchen­stücke unter sich ausmachen. Dennoch gibt es gerade in Asien noch etliche Hersteller, die inzwischen gelernt haben, wie man Geräte baut und diese auch noch wesentlich günstiger anbieten, als es Apple, Samsung und Co. machen. 

Einer dieser Hersteller hört auf den Namen Huawei und hat spätestens seit dem Ascend P7 auch in Europa und Deutschland eine kleine Fange­meinde aufbauen können. Mit dem „Ascend-losen“ Nachfolger, dem Huawei P8, bläst man nun erneut zum Angriff auf die Platz­hirsche und – soviel sei schon einmal vorab verraten – kann durchaus mehr als einen Achtungs­erfolg erzielen. Ich habe ein Gerät von 7mobile zur Verfügung gestellt bekommen und konnte mir in den letzten Wochen so einmal einen Eindruck vom P8 verschaffen – die nachfol­genden Zeilen lassen euch ein wenig daran teilhaben. 

Die wichtigsten Eckdaten

  • Display: 5,2 Zoll IPS-Display mit 1.920 x 1.080 Pixel, 424 ppi, Gorilla Glas 3
  • CPU: HiSilicon Kirin 930 Octa Core, 4 x 2.0GHz, 4 x 1.5GHz
  • Arbeits­speicher: 3 GB RAM
  • Interner Speicher: 16 GB, mittels MicroSD-Karte erwei­terbar
  • Haupt­kamera: 13 Megapixel, Blende f/2,0, Autofokus, optische Bildsta­bi­li­sierung, Dual-LED-Blitz, Videolicht
  • Front­kamera: 8 Megapixel, Blende f/2,4, Fixfokus
  • Konnek­tivität: USB 2.0, Bluetooth 4.1, NFC, LTE; WiFi 802.11 b/g/n (2,4 GHz), WiFi Direct, Miracast
  • Ortung: GPS, AGPS
  • Sensoren: Beschleu­ni­gungs­sensor, Näherungs­sensor, Kompass, Umgebungs­licht­sensor
  • Farben: Mystic Champagne, Titanium Grey
  • Akku: 2.680 mAh, fest verbaut
  • Anschlüsse: 3,5mm Klinken­an­schluss, MicroUSB
  • Abmes­sungen: 144,9 x 72,1 x 6,4 Millimeter
  • Gewicht: 144 Gramm

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Liefer­umfang

Der Liefer­umfang des Huawei P8 ist sicherlich nichts weltbe­we­gendes, denn neben dem Gerät selbst gibt es wie üblich ein Netzteil mit MicroUSB-Kabel, ein paar Kopfhörer und den üblichen Papierkram. Aber bereits bei der Verpackung macht Huawei deutlich, dass man mit dem P8 durchaus die Oberklasse im Blick hat, denn die Verpackung besitzt einen inter­es­santen Ansatz: Der Karton wird seitlich geöffnet, das P8 steckt ebenfalls seitlich in einem Schacht. Sicherlich nichts, was man bei der Bewertung berück­sichtigen würde und eher was für die Nerds da draußen, empfand ich aber als nette Abwechslung.

Erschei­nungsbild & Haptik

Was direkt auf den ersten Blick auffallen dürfte: Mit seinen 6,4 Milli­metern Dicke ist das P8 sicherlich nicht das dünnste Gerät auf den Markt, gehört aber definitiv mit zu den dünnsten. Die Vorderseite widmet sich nahezu komplett dem 5,2 Zoll großem Display, vor allem die seitlichen Ränder sind äußerst schmal gehalten, während man nach oben und unten hin sicherlich nicht Potential gehabt hätte. Betrachtet man das Gerät dann einmal von allen Seiten, so könnte man durchaus ein paar Parallelen zum iPhone 6 finden, wobei man natürlich sagen muss, dass man inzwischen kaum noch viel anders machen kann. Auch beim P8 setzt Huawei auf ein Aluminum-Unibody-Gehäuse, inklusive der Seiten­kanten.

Letztere sind an den Kanten minimal abgeschliffen, was vor allem der Griffigkeit zu gute kommen dürfte. Die Seiten­ränder sind nahezu durch­gehend und werden lediglich durch kleinere Anten­nenräume unter­brochen, diese gliedern sich recht unauf­fällig ins Design ein. Die linke Seite ist komplett freige­halten, auf der rechten Seite finden wir die Lautstär­kewippe, den Power-Button, sowie die Einschübe für SIM-Karte und Speicherkarte. Oben gibt es den Kopfhö­rer­an­schluss, unten den MicroUSB-Anschluss und der Lautsprecher. Die Buttons sind sauber ausgefräst und haben keinerlei Spiel, kann man eigentlich fast nicht besser machen. 

Die Rückseite ist ebenso minima­listisch gehalten, einzige Auffäl­ligkeit hier sind zwei Zierleisten, die das Unibody-Gehäuse durch­ziehen und ebenfalls für alle möglichen Antennen genutzt werden – der obere Balken ist dabei deutlich abgesetzter und beherbergt in der linken Ecke die Kamera mitsamt des Dual-LED-Blitzes. Für mich nicht störend, aber für doch nicht ganz so wenig Nutzer eine wichtige Info: Die Kamera steht nicht wie bei inzwischen bei vielen anderen Geräten heraus, sondern schließt plan mit dem Gehäuse ab. 

Alles in allem ein unauf­fällig aber zeitloses Design, welches sehr angenehm in der Hand liegt und nicht mehr oder weniger rutsch­ge­fährdet ist als andere Geräte. Die Verar­beitung des P8 ist vorbildhaft und bietet eigentlich kaum Kritik­punkte: Die Ausspa­rungen sind wie erwähnt sauber, nichts knarzt, nichts lässt sich eindrücken oder verbiegen, keine Spaltmaße, alles top. Natürlich ist Design immer Geschmacksache, für mich persönlich gehört das P8 aber mit zu den schicksten Geräten auf dem Markt, in Sachen Verar­beitung gilt natürlich das gleiche, aber zumindest bei den aktuellen Flagg­schiffen gilt dies eigentlich für alle Geräte. 

Das Display

Das Display bringt 5,2 Zoll auf die Diagonale und löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf – macht eine Pixel­dichte von 424 ppi. „Nur“ FullHD, „nur“ 424 ppi würde der ein oder andere an dieser Stelle laut rufen, aber mal ehrlich: Es ist Schwachsinn, bei einem Display mit knapp über 5 Zoll ein FullHD-Display als Schwach­stelle anzusehen. Ehrlich jetzt: Das Display löst sehr scharf auf und ich wage mal zu behaupten, dass keiner ohne Lupe und mit normalen Sicht­abstand einen Unter­schied zwischen FullHD und QHD sehen würde – auch wenn viele etwas anderes erzählen mögen. Jedenfalls: Es sind keine Pixel sichtbar, definitiv nicht. Vorteil des Ganzen: Das Display verbraucht weniger Strom als seine QHD-Pendants. 

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Auch abseits der Schärfe hat das Display kaum Schwächen: Die Farben und Kontraste sind super, die Blick­winkel groß und ohne auffällige Farbver­fäl­schungen oder Hellig­keits­un­ter­schiede – auch bei recht spitzen Winkeln. Vor allem aber die Helligkeit hat es mir angetan, denn auch bei nahezu direkter Sonnen­ein­strahlung lässt sich das Display ohne große Probleme ablesen, vermeintliche Spiege­lungen werden schlichtweg überstrahlt. Das Display führt den guten Eindruck des Gehäuses ohne wirklich nennenswerte Schwächen weiter aus. Tipp: In den Einstel­lungen lässt sich auch ein Handschuh-Modus aktivieren, sodass ihr das Gerät im Winter auch mit Handschuhen bedienen könnt. 

Die Kamera

Die Kamera lässt sich direkt aus dem Sperr­bild­schirm heraus entweder durch das bekannte „hochziehen“ den Kamera-Icons starten – oder aber man drückt zweimal hinter­einander die Leiser-Taste, die auch als dedizierte Auslöser-Taste zur Verfügung steht. Die Huawei-eigene App ist recht aufgeräumt und kommt mit einer Vielzahl an Funktionen daher. So gibt es neben dem sicherlich meist genutzten Automatik-Modus für Fotos und Videos auch einen Zeitraffer-Modus, einen „Verschönern“-Modus für Portraits und einen Licht­malerei-Modus, mit dem sich Licht­spuren fahrender Autos bei Nacht oder Stern­spuren am Himmel aufnehmen lassen – oder halt andere sich bewegende Licht­quellen, eine ruhige Hand oder ein Stativ natürlich voraus­gesetzt.

Des Weiteren lassen sich HDR- und Panoramas erstellen, Bilder mit nachträglich verän­derbarem Fokus aufnehmen, Audio-Notizen zu Fotos hinzufügen, Filter in Echtzeit über das Bild legen und mit Hilfe des Wasser­zeichen-Modus lassen sich verschiedene Grafiken wie Infos zum aktuellen Standort, dem Wetter oder der Stimmung als Wasser­zeichen auf die Fotos setzen. Zusätzlich gibt es in den Einstel­lungen etliche Möglich­keiten wie eine „Selfie-Hilfe“, Audio­steuerung und Timer, Objekt­ver­folgung, Funktionen der Lautstär­ketasten und mehr. Trotz der zahlreichen Funktionen ist die App dabei aber übersichtlich struk­turiert und aufgebaut, gefällt mir. 

Die Haupt­kamera des P8 sitzt wie erwähnt trotz aktueller Technik ganz plan im Gehäuse, besitzt einen neuen RGBW-Sensor mit 13 Megapixel und einer licht­starken Blende f/2,0 und wird von einem optischen Bildsta­bi­lisator und einem Dual-LED-Blitz unter­stützt. Der RGBW-Sensor kann nicht nur zwischen Rot, Grün und Blau unter­scheiden, sondern zusätzlich auch weiß, was letztlich vor allem bei Aufnahmen unter schlechten Licht­ver­hält­nissen für bessere Bilder sorgen soll – natürlich in Kombi­nation mit dem OIS. Qualität der Bilder? Durch die Bank eigentlich sehr gut, zumindest gibt es fast keine Ausfälle. 

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Die Bilder haben eine gute Farbwie­dergabe und ein geringes Bildrauschen – gilt sowohl am Tage, als auch bei schlechteren Licht­ver­hält­nissen. Bei letzteren tritt naturgemäß natürlich etwas früher ein Bildrauschen auf, meiner Meinung hat Huawei aber auch hier einen sehr guten Job gemacht. Lediglich in Sachen Details in der Vergrö­ßerung am Rechner muss sich die Kamera gegenüber anderen aktuelleren Flagschiffen geschlagen geben und beim Einsatz des Blitzes wirken die Bilder einen Tick zu hell, hier sagt mir zumindest die Dual-Tone-LED des iPhone 6 etwas mehr zu – aber das ist jammern auf hohem Niveau. Überzeugen kann das P8 hingegen voll und ganz bei Makro­auf­nahmen: die Nahein­stell­grenze ist sehr gering gehalten, sodass Bilder auch aus nähster Nähe scharf und detailreich sind. 

Noch mehr Beispiel­bilder und volle Auflösung auf Flickr

Arbeits­ge­schwin­digkeit

Huawei setzt im P8 nicht auf CPUs der Firma Qualcomm, sondern nutzt einen Kirin 930 von HiSilicon. Dieser kommt mit 2 x vier Kernen daher – jeweils vier sind mit 2 GHz und 1,5 GHz getaktet. Im Normal­betrieb arbeiten haupt­sächlich die energie­spa­renderen 1,5er-Kerne, sobald mehr Leistung benötigt wird, werden die höher getakteten Kerne hinzu geschaltet. Schaut man sich einmal Benchmark-Werte vom P8 und vergleichbaren Flagschiffen auf, so dürfte das Huawei-Gerät etwas abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landen. Dies aber ist kein wirklicher Grund zur Sorge, denn trotz dessen reicht die Leistung locker aus, dass es eigentlich zu keinerlei Verzö­ge­rungen und Lags kommt. Selbst aktuelle, grafik­lastige Games laufen ohne Probleme. Benchmark spiegeln eben nur selten die wirkliche „Nutzleistung“ wider. 

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Der Akku

Der nicht austauschbare Akku des flachen P8 kommt auf 2.680 mAh, für eine volle Ladung benötigt das Netzteil knapp über drei Stunden. Vergleicht man diese Zahl mit anderen Geräten dieser Größen­ordnung, wirkt der Wert erst einmal vergleichsweise gering. Und durchaus: Der Akku hielt bei mir zwar locker den Tag durch, Abends war dann aber Ende – allerdings nutze ich das Smartphone eben auch recht intensiv. Wer sein Smartphone nach den „üblichen“ Geflo­gen­heiten nutzt (sprich über den Tag verteilt etwas WhatsApp, Facebook, Twitter, Musik, Fotos, Surfen und vielleicht das ein oder andere Spielchen), der dürfte sogar auch noch was vom zweiten Tag haben. 

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Wem das aber noch immer nicht reicht, der kann auch den von Huawei imple­men­tierten Strom­sparmodus nutzen. Hierbei wird die Display-Helligkeit automatisch reguliert, der Prozessor etwas herun­ter­ge­fahren und nicht benötigte Module deaktiviert. So wird zum Beispiel die WiFi-Verbindung deaktiviert und erst dann wieder aktiv geschaltet, sobald das Gerät einen Standort erkennt, an dem es bereits bekannte Netzwerke vorzu­finden gibt. Außerdem lässt sich die Hinter­grund­ak­tivität für bestimmte Apps in den Einstel­lungen dauerhaft deakti­vieren. Auf diese Weise lassen sich nochmals ein paar Stunden Laufzeit aus dem Boliden herausholen. 

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Die Emotion UI

Das P8 kommt mit der aktuellsten Android-Oberfläche aus dem Hause Huawei daher, namentlich handelt es sich hierbei um die Emotion UI (kurz EMUI) in Version 3.1. Ich persönlich bin eigentlich kein großer Fan der Hersteller-Oberflächen, wenngleich sich die Verun­staltung inzwischen einigermaßen etwas gebessert hat und Hersteller zwar noch immer ihre eigene Android-UI auf die Geräte klöppeln, diese aber wesentlich schöner modifi­zieren. Huawei macht hier wie gesagt keine Ausnahme und geht noch einen Schritt weiter: So gibt es nicht nur eine optische „Auffri­schung“ für Android, sondern man hat viele Elemente verändert und um praktische Funktionen ergänzt. 

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Beginnen wir einmal mit dem Start­screen. Es gibt keinen geson­derten App-Drawer, statt­dessen werden konsequent alle instal­lierten Apps auf den Homescreens angezeigt – Widgets lassen sich ebenso platzieren. Der EMUI-Launcher stellt also quasi eine Kombi­nation aus Homescreen und App-Drawer da, was ich persönlich doch sehr gelungen finde. Auch das Benach­rich­ti­gungs­center erinnert eher an iOS – nicht zuletzt durch den Milchglas-Hintergrund, der in zahlreichen Ansichten zum Einsatz kommt. Die Android-typischen Schnell­zu­griffe findet man natürlich dennoch vor, auch wenn diese hier nicht anpassbar sind. 

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Und um den Vergleich zu iOS zu Komplet­tieren gleich noch zwei Dinge, die man sich wohl ebenfalls von Apple abgeschaut hat: So lässt sich auf dem Sperr­bild­schirm noch ein weiteres Panel von unten herein wischen, über welches zum Beispiel der Taschen­rechner gestartet oder die Taschenlampe aktiviert werden kann. Befindet man sich auf dem Homescreen, öffnet ein Wisch von unten nach oben eine Suchfunktion, mit deren Hilfe man schnell Apps, Kontakte und Co. finden und öffnen kann. Kennt ihr irgendwo her? Sag ich ja.

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Des Weiteren hat Huawei die Einstel­lungen mit etlichen Zusatz­features ausge­stattet, die eine lange Liste füllen würden. So finden sich zum Beispiel diverse Berech­ti­gungs­ein­stel­lungen (zum Beispiel für Benach­rich­ti­gungen und Inter­net­zugriff), Optionen zur Bewegungs­steuerung und eine intel­li­genten Entsperr­funktion via Bluetooth-Verbindung in den Einstel­lungen. Aber auch ein von iOS bekannter Einbandmodus, die Bedienung mit Handschuhen lässt sich aktivieren und mittels der „Smart Screenshot“-Funktion lassen sich Screenshots durch zweimaliges Klopfen mit dem Finger­knöchel (ganzer Bildschirm) oder durch ziehen eines Kreises (Bildschirmaus­schnitt) erstellen. Mit einem kürzlich veröf­fent­lichten Update hat auch „Double Tap to awake“ Einzug gefunden. Und wie gesagt, das sind nur ein paar der Punkte, die die Einstel­lungen bieten. 

Die mitge­lie­ferten Apps wie Telefonie, Kalender, Kontakte, Uhr, Sprach­re­korder, Galerie, Musik und Co. machen ebenfalls einen recht soliden Eindruck – hier habe ich auch schon schlimmere Apps im Play Store gesehen. Aber wie auch bei dem EMUI-Launcher gilt: Wem die Optik oder Funktio­nalität nicht zusagt, der kann wie gewöhnlich auf andere Launcher und Apps ausweichen. Ich prophezeie aber mal: Werden nur die „Power-User“ machen, der gewöhnliche Käufer belässt es wohl bei der Huawei-UI, zumal es auch noch zig verschiedene Themes und Icon gibt. 

Zusam­men­gefasst kann man also sagen, dass sich die Huawei-UI teilweise recht stark von der eigent­lichen Android-UI unter­scheidet und viele Dinge an iOS erinnern – teilweise hat man aber einfach das beste aus beiden Systemen genommen und vereint. 

Noch erwäh­nenswert?

  • Auch wenn ein Blick auf die Unterseite anderes vermuten lässt: Das Huawei P8 besitzt keinen Stereo-Lautsprecher, sondern kommt lediglich mit einem Mono-Lautsprecher daher.
  • Die Sprach­qualität beim telefo­nieren ist durch die Bank nicht zu beanstanden – aber auch nichts mehr, was sonderlich überrascht. 
  • Es gibt ein SmartCover, welches dank eines kleinen Ausschnitts einen schnellen Blick auf die Uhrzeit ermöglicht und beim Aufklappen automatisch das Display einschaltet – oder eben beim Zuklappen automatisch deaktiviert.
  • Einen NFC-Sensor gibt es natürlich auch im P8, dieser befindet sich mittig im oberen schwarzen Balken auf der Rückseite des Gerätes.

Fazit

Mehr geschrieben, als eigentlich geplant, fassen wir also die vorherigen Zeilen einmal kurz zusammen. Das Huawei P8 besitzt ein schlichtes, unauf­fälliges Design, sehr gute Materialien und eine fast perfekte Verar­beitung – zumindest kann man mit Ausnahme der Antennen-Abdeckungen auf der Rückseite so gut wie keine Kritik­punkte vorfinden und die sind eben der Archi­tektur geschuldet. Das Display gehört zwar nicht zu den am höchsten auflö­senden auf dem Markt, leistet sich in Sachen Schärfe, Helligkeit und Farbdar­stellung keine Schwächen. Gleiches gilt auch für die Kamera, die bei optimalen Bedin­gungen sehr gute Bilder schießen kann und auch bei schlechteren Licht­be­din­gungen nicht zu den schlech­testen Kameras gehört. Die Akkulaufzeit geht dank der Strom­sparmodi absolut in Ordnung und auch die Performance ist für den Großteil der Nutzer ausreichend. 

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Die Huawei-eigene EMUI-Oberfläche ist sicherlich Geschmacksache, mir persönlich hat sie aber nach anfäng­licher Skepsis durchaus zugesagt. Meiner Meinung nach wäre sie mit einigen zusätz­lichen punktuellen Anpas­sungen wohl eine der besseren Oberflächen. Zumindest dann, wenn man nicht gerade ein absoluter Fan des Android-Purismus ist, denn wie gesagt erinnert die Oberfläche an vielen Ecken eher an iOS, an als Android – was nicht nur am praktischen Einhandmodus liegt. Wie geschrieben: Entweder kommt die iOS-UI in China sehr gut an oder man legt es gezielt auf eine kleine „Verschmelzung“ von Android mit iOS an, um Umsteigern den Wechsel zu erleichtern. 

Der Straßenpreis des Huawei P8 liegt aktuell knapp unter 450 Euro, sodass man auch über die fehlende Zeitlupen-Aufnahme und den fehlenden Finger­abdruck- und Infra­rot­sensor hinweg sehen kann. Dafür aber bekommt man eben zum Preis eines Mittel­klasse-Gerätes ein Smartphone, dass sich in etlichen Punkten mit der Spitze messen und sogar ordentlich mithalten kann.