Im Test: Der Xtreamer SideWinder 3. Ich mag ihn. NICHT.

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Wer hier ab und zu mitliest, der wird festge­stellt haben, dass ich Streaming und die entspre­chende Hardware liebe. Ich habe schon einige Media-Player zum testen hier gehabt: WD TV Live HD Plus, Xtreamer SideWinder, Netgear NeoTV 550… Und doch bin ich immer bei meinem Apple TV samt aTV flash (black) geblieben. 

Jeder hat andere Prioritäten was Media Player angeht; meine sind eben eine schöne, einheitliche Oberfläche, schnelles Laden vom NAS aus. Filminfos aus dem Netz und Co.? Benötige ich persönlich nicht zwangs­läufig, eine schnelle und schöne Darstellung der gespei­cherten Filme reicht mir voll und ganz. Aber das ist natürlich ein anderes Thema. 

Vor ein bis zwei Jahren war Xtreamer gänzlich neu auf dem Markt – und mit dem ersten Xtreamer SideWinder haben die Jungs auch direkt ein Gerät auf den Markt geworden, dass an sich Spitze war. Kleinere Dinge waren Schatten, es gab aber eben auch viel Licht. Etliche Geräte später und logischerweise nach dem Xtreamer SideWinder 2 gab es dann auch den SideWinder 3, den ich nun einmal zum Testen hier habe. 

Übrigens: Die meisten von euch können den Zwischenpart sicherlich überspringen und direkt zum Fazit springen. Reicht auch…

Der SideWinder 3 ist eines der ersten Geräte von Xtreamer, das einen einge­bauten BluRay-3D-Support bietet. Zum Liefer­umfang gehört neben dem eigent­lichen Gerät auch eine Fernbe­dienung, das Netzkabel, ein Composite-, sowie ein USB-Kabel. Aber genug geblubbelt… 

Der Xtreamer SideWinder 3

Der SideWinder 3 besteht wie auch seine Vorgänger aus Metall und (hochwertigem) Kunststoff; wirkt jedoch keinesfalls billig. Optisch ist er etwas wuchtiger als seine Konkurrenz, schaut jedoch trotzdem recht schick aus. Dank des passiven Kühlers „on top“ ist er nahezu geräuschlos – sicherlich wichtig, gerade im Wohnzim­mer­bereich.

Für Anschluss­fe­ti­schisten bietet der SideWinder 3 nahezu alles, was das Herz begehrt. An der Rückseite findet man die üblichen Anschlüsse á la Strom, Antenne, optisches Audio, LAN, HDMI, sowie Component und Composite. 

Die linke Seite bietet neben einem USB3.0-Platz auch zwei USB2.0-Steckplätze, sowie einen Slot für SD- und MMC-Karten. 

Wer sich noch nicht mit dem Thema NAS ausein­an­der­gesetzt hat, der kann auch eine 2,5 Zoll große Festplatte einbauen – dazu komme ich später noch einmal. Der Einbau klappt, anders als beim SideWinder 1, kinder­leicht und ohne großartiges Gefummel. Platte rein, fixieren, fertig. 

Die Fernbe­dienung

Fernbe­die­nungen sind oftmals nicht das gelbe vom Ei, ist hier nicht anders – sie wirkt durch den reinen Kunststoff etwas knarzig. Im Vergleich zu anderen wirkt sie jedoch etwas flacher und liegt dennoch gut in der Hand. Lediglich etwas lang geraten ist sie meiner Meinung nach – dafür findet man aber auch nahezu jede Funktion des SideWinder 3 auf der Fernbe­dienung wieder. Etwas kompakter und übersicht­licher wäre meiner Meinung nach nicht schlecht gewesen, denn ich vertrete die Meinung, dass nicht sämtliche Funktionen per Tastatur erreichbar sein müssen. Aber dank der Harmony 900 kein Problem Die Fernbe­dienung besitzt jedenfalls angenehme Druck­punkte und die Tasten fluores­zieren im dunkeln – eine Beleuchtung wäre dennoch schön gewesen. 

Angeschlossen… und nun?

Der Start­bild­schirm der aktuell instal­lierten Firmware schaut schick aus, das muss man den Jungs von Xtreamer lassen. Von hier aus gibt es direkten Zugriff auf Einstel­lungen, Internet-Apps, Android, der Mediathek, Favoriten und der „letzten Inhalte“. 

Die Einstel­lungen sind relativ vielfältig, auch wenn nichts neues dabei ist. Bildmodi, Skalierung, Kontrast und Co. Dazu etliche Netzwerk- und Audio­ein­stel­lungen, sowie Firmware­u­pdates. Apropos Netzwerk: Der SideWinder 3 kennt von Haus aus nur LAN; wer WLAN möchte oder benötigt, kommt nicht um den bisherigen Adapter aus dem Hause Xtreamer drumrum. Schade… 

Die Internet-Apps

Tzja, und nun? Womit fange ich an… Okay, die Internet-Apps. Das Hauptmenü bietet schon einige „Apps“ zur Auswahl. Klickt man weiter, bekommt man noch mehr Apps angezeigt: 

Die Wetter-App basiert, wie so oft, auf den Daten von AccuWeather.com:

Auch die YouTube-App ist recht nett gemacht: 

Auch die restlichen Apps sind relativ liebevoll, leider fehlen hier Facebook, Twitter und Spotify. Letzteres wäre sicher toll, die beiden sozialen Netzwerke hingegen wären mit der Fernbe­dienung sicherlich nur eine Art Notlösung… 

Eine Notlösung ist jedoch auch die integrierte Radio-App, die recht zusam­men­ge­kleistert daher kommt und optisch so gar nicht zur schicken Starto­ber­fläche des SideWinder 3 passt: 

Dafür läuft es jedoch und man bekommt eine Menge Sender geboten. Aber hier gibt es etliche, wesentlich bessere Lösungen geboten. Ebenso der integrierte Browser: Klaro, ohne anständiges Einga­begerät fehlt irgendwas, aber trotzdem ist er extrem langsam. Völlig unbenutzbar meiner Meinung nach; auch mit Fernbe­dienung hätte man sicherlich eine bessere Steuerung hinbe­kommen können: 

Android? So halb…

Nächster Menüpunkt: Android. Ja, der SideWinder 3 besitzt ein eigentlich vollwertiges Andro­id­system. Nur ist dieses äußert schlecht portiert und auch hier hätte man die Sache mit der Steuerung sicherlich besser lösen können. Was ich mich noch immer frage: Wieso installiert man ein Touch­screen-Spiel á la Fruit Slice vor?! 

Das einzig inter­essante und brauchbare ist hier der Browser, der natürlich oftmals nur mobile Webseiten aufruft: 

Aber hier ist die virtuelle Tastatur recht praktisch und auch sonst macht es mit der Fernbe­dienung mehr Spaß als der native Xtreamer-Browser. Sofern man hier von Spaß sprechen kann. Insgesamt habe ich mir das Android-System nicht lange angeschaut, ebenso unnötig wie der Xtreamer-Browser… 

Das Streaming

Kommen wir nun also zu der Haupt­aufgabe des Gerätes: Das streamen von Medien. Und nun weiß ich nicht mehr, was ich schreiben soll. Zwar liest der SideWinder 3 auch Medien von Netzwerk­speichern, die JukeBox und „Alle Filme“-Funktion hingegen ist dann unnütz. Klappt nicht. Einzige Möglichkeit, dass man sich nicht durch die gesamte Netzwerk­struktur pflügen muss: Als Favorit hinzufügen. 

Die Filme werden, sofern man eine Filmtitel.jpg angelegt hat, mit Filmcover gezeigt. Wahlweise als Miniatur-, Listen- oder Vorschau­ansicht.

Was ganz nett gelöst ist und auch funktioniert ist das suchen und finden von Filmin­for­ma­tionen, Cover und Fanart – die Daten bleiben sogar gespeichert, sofern ihr einen USB-Stick angeschlossen habt.

So, was spielt der SideWinder 3 nun alles ab? Eigentlich alles, eigentlich. Ich hatte lediglich bei einigen *.mov-Files Aussetzer. Spielten andere Geräte ab, der SW3 weigerte sich; wieso auch immer. 

Im laufenden Film hat man nun die Möglichkeit, sich nochmals kurz alle Infor­ma­tionen zum Film aufrufen zu lassen, oder ein paar minimale Einstel­lungs­mög­lich­keiten vorzu­nehmen:

Soweit, so gut. Ach, ihr wollt noch ein Foto der „Movies JukeBox“? Okay, bitte sehr: 

Nein, das Foto ist kein Scherz, dazu später mehr.

Fazit: Der längste Part des Tests

Also das Fazit. Hmm. Vorab: Dies wird der längste Part des Tests und ich entschuldige mich schon einmal für das eventuelle durch­einander… Erst einmal muss ich sagen, dass ich vom Xtreamer SideWinder begeistert war, bis auf ein paar Kleinig­keiten. Das war vor gut 1 1/2 Jahren (wobei das Gerät selbst locker 2 Jahre alt ist), und damals war der Xtreamer eines der ersten Geräte auf dem Markt. Und was hat man nun verbessert? 

Eigentlich so gut wie nichts. Die Oberfläche wurde schicker, ja. Aber ich fang nochmal von vorne an: Die Internet-Apps sind recht nett gemacht, das Radio ist eher eine Notlösung (hier gefällt mir sogar der SideWinder 1 besser), der Browser absolut unbrauchbar. Unbrauchbar ist auch das instal­lierte Android-System. Wofür? Nutzen? Habe ich (für mich) nicht erkennen können. Schade. 

Die so hochgelobte Movie JukeBox? Eine Farce. Wieso? Läuft nur, wenn ihr eine Festplatte einbaut und dort eure Medien speichert. Hallo? Sowas gibt es seit etlichen Jahren. Die Zielgruppe, die sich Strea­m­ing­geräte kauft, greift entweder direkt auf den heimischen Rechner oder aber einem Netzwerk­speicher zu. Ist inzwischen kein Geek-Stuff mehr, sondern in der Masse angekommen. Und die Masse hat keinen Bock, sich ein Gerät zu kaufen, an dem sie erst einmal herum­fummeln müssen, bis es läuft. Festplatte einbauen? Xtreamer live instal­lieren? Machen Nerds, aber nicht Otto Normal­nutzer. Scheinen die Jungs von Xtreamer noch immer nicht verstanden zu haben, auch nach zwei Jahren nicht. Streaming. Nicht „abspielen von interner Festplatte“. Schade. 

Ich finde es ist eine Frechheit, wenn man ein fertiges Produkt mit einer RC-Version der Firmware ausstattet. Von Haus aus, wohlgemerkt. Man merkt an allen Ecken und Kanten, dass die Firmware nicht fertig ist. Ebenso ist es eine Zumutung, dass man sich erst den Xtreamer Live Dienst per Hand instal­lieren muss – was dann auch nichtmal klappt. Abbruch ohne Fehler­meldung. Schade. 

Ihr merkt schon: Ich bin alles andere als begeistert von dem SideWinder 3 – und ich muss ehrlich gestehen, dass der Xtreamer SideWinder 3 mir umso weniger Spaß gemacht hat, je länger ich ihn getestet habe. Im Großen und Ganzen ist das Gerät eine Frechheit und reinste Verar­schung am Verbraucher. Schade. Wieso so oft „Schade“? Weil es so ist. Der SideWinder 1 war prinzipiell seiner Zeit vorraus, Strea­m­ing­player gab es nicht so viele, welche mit Netzwerk­zugriff noch weniger. Und er war super, für „damalige“ Verhältnisse. Inzwischen haben viele aufgeholt, wie Firecore mit der AppleTV-Erwei­terung, Netgear mit dem NeoTV 550 oder auch Western Digital mit dem TV Live HD. Und die Jungs vom Xtreamer? Sie bringen nur einen Xtreamer SideWinder 3, der viele Vorteile des Originals verspielt und vieles noch schlimmer macht. Just my 2 cents…